Chronik 1933-1999


1933-1999 | 2000-2020


Vor der Gründung der heutigen „Feuerwehr Mörfelden“, welche ausschließlich aus ehrenamtlich tätigem Personal besteht, gab es in Mörfelden eine Pflichtfeuerwehr. Hier wurde jeder Bürger im Falle eines Brandes zur Hilfe beordert. Aufzeichnungen der Stadt Mörfelden gehen nur unvollständig bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. So gab es in der heutigen Kirchgasse einen kleinen Schuppen mit gelagertem Material, unter anderem eine 1913 gebaute Druck- und Saugspritze. Bereits am 11. Mai 1884 wurde ein Feuerwehrverein gegründet, bestehend aus 9 Mann, welcher am 18. Juli 1884 durch den Kreis Groß-Gerau genehmigt wurde.



1933/34

gründete man die bis heute gegenwärtige Freiwillige Feuerwehr Mörfelden. Das ehemalige Spritzenhaus war am Rathaus untergebracht. Damals behalf man sich mit -zu heutigen Zeiten- einfachem Gerät. So hatte man eine Druck- und Saugspritze, welche durch Menschenkraft betrieben wurde, oder eine verstellbare Leiter.

Erst kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges begann man mit der Umstellung auf motorisierte Einsatzmittel.



1938/1939

Die erste Motorspritze konnte in Betrieb genommen werden, ein Jahr später das erste Löschfahrzeug. Durch die schnell wachsende Population in Mörfelden von rund 5.000 auf 12.000 Einwohner

1939 erkannte man rasch die Notwendigkeit der Feuerwehr, sie genoss ein hohes Ansehen bei Stadt und Bürgern.



1949

Durch Spenden und Fördergelder konnte ein Löschfahrzeug (LF8), ein OPEL Blitz, in Dienst gestellt werden.



1951/1955

Das Spritzenhaus am Bürgermeisteramt wurde nach und nach erweitert. Neues Material und Sozialräume wurden geschaffen und/oder renoviert.



1952

Gründung einer Jugendabteilung. Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sollen an das Spektrum Feuerwehr herangeführt werden. Die jungen Blauröcke finden schnell Zuwachs



1961

Ein Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 1.600 Litern wird in Dienst gestellt. Wald- und Wiesenbrände sind nun besser zu Händeln, Wasservorrat ist vorhanden



1965

Ein Hochwasser traf die Altstadt Mörfeldens. Rund um den Dalles, bis zur heutigen Gerauer Straße stand das Wasser 3 Tage lang und wurde mühselig durch die Feuerwehr beseitigt. Seither gilt das Motto „Retten-Löschen-Bergen-Schützen“ und die Feuerwehr sah sich mit dem Katastrophenschutz konfrontiert.



1966

Ein weiteres Löschfahrzeug (LF8) wurde in Dienst gestellt, der erste Löschzug (2 LF8, TLF16) der Feuerwehr Mörfelden war nun vollständig.

Um ein Feuer auch aus nächster Nähe löschen, und Menschen auch aus verrauchten Bereichen retten zu können, schaffte man zusätzlich die ersten 10 Atemschutzgeräte an.



1968

Am heutigen Kobansloch kam es zu einem Zugunglück auf der Strecke Mannheim-Frankfurt, das ein Todesopfer forderte. Hier kollidierte ein Güterzug mit einem vollbesetzten Nahverkehrszug.



1969

Übergabe an die Feuerwehr eines Ford Transits mit Motorspritze (TSF). Der Platz im alten Spritzenhaus wurde knapp, sodass man am heutigen Gärtnerweg ein großes Feuerwehrhaus mit 459 Quadratmetern plante. 600.000 DM wurden hierfür zurückgestellt.

Im August 1969 wurde Feuerwehr unter anderem zu einer Massenkarambolage und einem LKW-Brand gerufen. Bei letzterem wurde ein Feuerwehrkamerad durch vorbeirauschenden Verkehr verletzt.



1970

Der Funkverkehr wurde ins Leben gerufen. Somit konnte man nun auch mit Polizei und Rotem Kreuz, als auch den Zentralen in Verbindung bleiben.

Außerdem wurde das neue Gerätehaus am Gärtnerweg eingeweiht. Alle 5 Fahrzeuge fanden hier genügend Platz ordnungsgemäß untergebracht zu werden. 2 Monate später besuchten die erste Kindergruppe eines Kindergartens die Feuerwehr. Die Geburt der heutigen Brandschutzerziehung.

Das Aufgabenspektrum der Feuerwehr wuchs stetig an. Die dadurch verbundenen Alarmierungen über Sirene waren laut und erschreckten vor allem ältere Bürger. Aus diesem Grunde wurden 20 Funkmeldeempfänger angeschafft, welche die Feuerwehrleute bei kleineren Alarmen zum Einsatz riefen. So konnte man teilweise das Auslösen der Sirene verhindern.

Steigende Einsatzzahlen, höhere Belastung, Mehraufwand war seit einigen Jahren spürbar. Arbeitgeber verzichteten zunehmend auf ihre Angestellten, diese wurden teilweise nicht weiterbezahlt, wenn sie freiwillig auf Einsätze eilten. Aus diesem Grunde wurde nach kurzer Debatte mit der Stadt eine Lohnfortzahlung vereinbart.



1973

Neben einem Mannschaftwagen wurde auch ein Rüstwagen (RW2) von 1971 an die Helfer übergeben. Grund hierfür war das wachsende Aufgabenspektrum im Punkto Verkehrsunfall und Autobahn. In Walldorf wurde eine Drehleiter in Dienst gestellt, um das Retten aus Hochhäusern zu ermöglichen. Beide Wehren unterstützen sich hier gegenseitig.



1974

40-jährige Jubiläum der Feuerwehr Mörfelden und 28. Kreisfeuerwehrtag. Der Fuhrpark- bestehend aus Mannschaftswagen aus dem Vorjahr 1973, einem Rüstwagen von 1971, einem Tanklöschfahrzeug von 1961, einem Löschgruppenfahrzeug von 1966 und einem Tragkraftspritzenfahrzeug aus 1969 sollte nun erweitert werden, um dem Wachstum verschiedener Firmen im Industriegebiet entgegen wirken zu können.



1975

Man funktionierte einen alten Öltanklaster mit 7.500l Fassungsvermögen in Eigenregie zu einem Großtanklöschfahrzeug um, außerdem wurde eine Pulverlöschanlage mit 2.500KG Pulvervorrat auf einen Pritschenwagen verladen. Beide Fahrzeuge der Marke Eigenbau konnten nur ein Jahr nach Planung in Dienst gestellt werden.



1976

wurde zudem ein weiteres Tanklöschfahrzeug mit 2.400 Litern Tankinhalt übernommen. Dieses war mit einem Wasserwerfer auf dem Heck des Fahrzeugdaches ausgestattet. Bezahlt machten sich diese großen Anschaffungen jedoch in den folgenden Jahren.



1977

Eine neue Rettungsschere für die „Autobahnfeuerwehr“ wurde vom Kreis Groß-Gerau beschaffen. Die Stadtteile Mörfelden und Walldorf wurden zu einer gemeinsamen Doppelstadt fusioniert und standen nun unter neuer Leitung eines Stadtbrandinspektors. Nach wie vor arbeiteten beide Stadtteile ohne größere Veränderungen eigenständig.

Ein Großbrand im Industriegebiet hielt die Feuerwehren auf Trapp, der bisher größte Gebäudebrand seit Gründung.



1979

Das Gerätehaus wurde mit einer Funkzentrale versehen und die Feuerwehrmänner schützen sich nun durch besondere Schutzkleidung vor verschiedenen Chemikalien. 2 sogenannte CSA erreichten die Feuerwehr



1981

Im August kam es zum Jahrhundert-Hochwasser in Mörfelden. Einsatzkräfte aus dem kompletten Kreisgebiet unterstützen die Mörfelder Bürger.

Im November wurden ein Einsatzleitwagen und ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF16) in Dienst gestellt. Letzteres löst das alte LF8 aus dem Jahre 1966 ab. Der Fuhrpark besteht nun aus insgesamt 7 Fahrzeugen und einem Anhänger „Wasserwerfer“



1983

Die Feuerwehr Mörfelden feierte 50-jähriges Jubiläum, der 37, Kreisfeuerwehrtag wird erneut in Mörfelden ausgetragen.



1985

Für das aus dem Jahre 1961 Tanklöschfahrzeug und dem GTLF -Marke Eigenbau- wurde ein TLF24/50 ersatzbeschafft. Dieses Fahrzeug verfügte über 5.000 Liter Wasser- und 500 Liter Schaumvorrat. Zudem hatte der Wasserwerfer auf dem Dach bis zu 50 Meter Wurfweite



1986

Aufgrund expandierender Firmen und häufiger werdenden Ölspuren wurde ein Fahrzeug eigenhändig umgebaut und für Spezialeinsätze mit Öl oder anderen Gefahrenstoffen vorgesehen. Der GW-Öl konnte sich in Einsätzen beweisen



1990

Nach dem Orkantief “Wiebke” wurden 10 Feuerwehrleute bei Hessenforst in Lampertheim zum Führen einer Motorkettensäge ausgebildet.

Bei einem schweren Verkehrsunfall raste ein Auto in die Einsatzstelle, Polizeiautos fingen Feuer, 2 Fahrzeuge der Feuerwehr (TLF16, RW2) wurden durch Flammenschlag und Ruß in Mitleidenschaft bezogen. Von der Feuerwehr wurde niemand ernsthaft verletzt.

Der Fuhrpark bestand zu dieser Zeit aus 9 Fahrzeugen und einem Anhänger.



1994

Das Gerätehaus wurde umgebaut beziehungsweise um ein Obergeschoss erweitert. Neben Büros und einer Küche fanden im großen Schulungsraum kreisweite Lehrhänge statt. Sprechfunk- und Grundlehrgänge, wie interne Schulungen konnten hier verrichtet werden.



1995

Großbrand der Fa. Frank im Industriegebiet. Insgesamt 3 Tage waren Einsatzkräfte beschäftigt. Ebenfalls großer Einsatz bei einem Chlorgasaustritt im Waldschwimmbad.

Der 49. Kreisfeuerwehrtag wurde in Mörfelden ausgetragen.



1996

Ein TSF-W löste den TSF von 1969 nach 27 Jahren Dienst ab. An Weihnachten loderte ein Feuer an der Gesamtschule zwischen beiden Stadtteilen. Hier konnte sich das Fahrzeug unter Beweis stellen.



1997

Neue Flammschutzkleidung wurden eingeführt. Für den Innenangriff ist diese Bekleidung durch spezielle Verarbeitung und Verwendung von nicht brennbaren Stoffen besonders sicher.



1999

Überörtliche Hilfe bei einem Silobrand der Südzucker-Fabrik in Groß-Gerau. Insgesamt 14 Tage dauerte der Einsatz an. Der RW2 wurde durch einen modernen RW1 ersetzt.